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Tiere im Alters- und Pflegeheim: 10 Aspekte




1. Einführung:

Die Bedeutung von Tieren im Leben älterer Menschen wird zunehmend erkannt, insbesondere in Seniorenheimen. Einrichtungen wie Alters- und Pflegeheime, Seniorenresidenzen und Tagesstätten, die darauf abzielen, älteren Menschen ein komfortables und unterstützendes Umfeld zu bieten, suchen nach Möglichkeiten, das Wohlbefinden ihrer Bewohner zu verbessern. Die Einführung von Tieren in Seniorenheime hat sich als eine vielversprechende Methode erwiesen, um Einsamkeit zu verringern, die Stimmung zu verbessern und die Lebensqualität zu steigern. In diesem Blogbeitrag werde ich die Vor- und Nachteile von Tieren in Seniorenheimen, geeignete Tierarten, rechtliche Aspekte sowie Versicherungsfragen in Deutschland und der Schweiz erklären.


Inhaltsverzeichnis:

2. Welche Tiere eignen sich für Seniorenheime?

Nicht alle Tiere sind gleichermassen für Seniorenheime geeignet. Kleine Haustiere wie Katzen, Hunde, Vögel und Fische sind am beliebtesten. Diese Tiere sind oft pflegeleicht, bieten Gesellschaft und können den Alltag der Bewohner bereichern. Katzen sind bekannt für ihre Unabhängigkeit und können eine beruhigende Wirkung haben. Hunde hingegen sind sehr soziale Tiere und können die Bewohner zu Spaziergängen und Aktivitäten im Freien motivieren. Vögel und Fische sind gute Optionen für Seniorenheime, da sie wenig Platz benötigen und oft eine entspannende Atmosphäre schaffen.

Grosse Tiere, wie Lamas, Ziegen und Esel sind in ländlichen Seniorenheime sehr gerne gesehen. Die Bewohner können sie im freien Besuchen und sie füttern und streicheln.


3. Vorteile von Tieren im Seniorenheim:

Die Anwesenheit von Tieren in Seniorenheimen bietet eine Vielzahl von Vorteilen:


  • Emotionaler Beistand: Tiere können Einsamkeit reduzieren und emotionale Unterstützung bieten. Die Bindung zu einem Haustier kann Trost spenden und das Selbstwertgefühl steigern.

  • Aktivierung und Bewegung: Die Pflege eines Tieres erfordert Aktivität und Bewegung, was die körperliche Gesundheit fördern kann. Bewohner, die sich um ein Tier kümmern, sind oft aktiver und fühlen sich wohler.

  • Verbesserte Stimmung: Die Anwesenheit von Tieren kann die Stimmung heben und Stress reduzieren. Das Streicheln eines Tieres kann beruhigend wirken und das Wohlbefinden steigern.

  • Soziale Interaktion: Tiere fördern soziale Interaktionen zwischen Bewohnern und Mitarbeitern. Das Teilen der Verantwortung für ein Tier kann zu Gemeinschaftssinn und Zusammenhalt führen.

4. Nachteile von Tieren im Seniorenheim:

Obwohl die Vorteile von Tieren im Seniorenheim vielfältig sind, gibt es auch einige potenzielle Nachteile:


  • Allergien: Einige Bewohner oder Mitarbeiter könnten allergisch auf Tierhaare oder -Speichel reagieren. Es ist wichtig, diese Risiken zu berücksichtigen und geeignete Massnahmen zu ergreifen, um allergische Reaktionen zu minimieren.

  • Verantwortung und Pflege: Die Pflege eines Tieres erfordert Zeit, Aufmerksamkeit und finanzielle Ressourcen. Nicht alle Heimverantwontlichen sind in der Lage oder bereit, diese Verantwortung zu übernehmen.

  • Hygiene und Sicherheit: Tiere können potenzielle Gesundheitsrisiken darstellen, insbesondere wenn Hygienevorschriften nicht eingehalten werden. Es ist wichtig, die Sauberkeit und Hygiene im Seniorenheim aufrechtzuerhalten, um das Risiko von Infektionen zu minimieren.

  • Haustierversorgung: Wenn ein Mitarbeiter das Seniorenheim verlässt oder der Bewohner der sich um das Tier kümmert verstirbt, muss für die Betreuung des Tieres gesorgt werden. Dies kann zu organisatorischen Herausforderungen führen und zusätzliche Ressourcen erfordern.


5. Dinge, auf die man achten sollte:

Bei der Einführung von Tieren in Seniorenheime sollten einige wichtige Aspekte berücksichtigt werden:


  • Die Bedürfnisse der Bewohner berücksichtigen: Es ist wichtig, die Vorlieben und Bedürfnisse der Bewohner zu berücksichtigen und sicherzustellen, dass die Einführung von Tieren im Einklang mit ihren Wünschen und Einschränkungen erfolgt.

  • Geplante Aktivierung mit den Tieren: Planung vom Aktivitäten mit Tieren (zum Beispiel regelmässiger Spaziergang mit dem Hund) können eine wirksame Möglichkeit sein, die Vorteile von Tieren im Seniorenheim zu maximieren und gezielt auf die Bedürfnisse der Bewohner einzugehen.

  • Klare Richtlinien für die Tierhaltung und -pflege festlegen: Es ist wichtig, klare Richtlinien für die Tierhaltung und -pflege festzulegen, um sicherzustellen, dass die Tiere gut versorgt und gepflegt werden. Klare Planung, wer für das Tier zuständig ist und wer die Vertretung übernimmt. Auch ist es Sinnvoll alles schriftlich zu dokumentieren.

  • Sicherheitsmassnahmen implementieren: Es ist wichtig, Sicherheitsmassnahmen für Bewohner und Tiere zu implementieren, um Unfälle und Verletzungen zu vermeiden.


6. Externe Tiere

Wenn ein Seniorenheim keine eigenen Tiere hat oder aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage ist, Tiere dauerhaft zu halten, gibt es dennoch verschiedene tiergestützte Therapien und Angebote, die den Bewohnern zur Verfügung stehen können:

  • Tiergestützte Therapie (TGT): Professionelle Therapeuten bringen eigene Tiere oder speziell ausgebildete Therapietiere regelmäßig ins Seniorenheim, um gezielte therapeutische Interventionen durchzuführen. Diese Therapieform kann dazu beitragen, die physische, emotionale und kognitive Gesundheit der Bewohner zu verbessern.

  • Besuche von Therapietieren: Organisationen oder Freiwillige bringen ihre eigenen Therapietiere regelmässig ins Seniorenheim, um den Bewohnern Freude zu bereiten und therapeutische Interaktionen zu ermöglichen. Dies kann das Streicheln von Hunden oder Katzen, das Beobachten von Vögeln oder das Interagieren mit anderen Tieren umfassen.

  • Tiergestützte Aktivitäten: Seniorenheime können spezielle Aktivitäten und Programme organisieren, die die Anwesenheit von Tieren beinhalten. Dies können zum Beispiel Spaziergänge mit Hunden, Vogelbeobachtungen im Garten oder gemeinsame Bastelprojekte rund um das Thema Tiere sein.

  • Virtuelle Tiertherapie: In einigen Fällen kann auch virtuelle Tiertherapie angeboten werden, bei der Bewohner Videos von Tieren anschauen, interaktive Spiele mit virtuellen Haustieren spielen oder an virtuellen Tierbegegnungen teilnehmen können.

Es ist wichtig, dass Seniorenheime, die keine eigenen Tiere halten können, alternative tiergestützte Angebote bereitstellen, um den Bewohnern die positiven Effekte von Tieren zugänglich zu machen. Diese Angebote können eine wertvolle Ergänzung zu anderen Therapien und Aktivitäten im Seniorenheim darstellen und dazu beitragen, das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Bewohner zu verbessern.


7. Rechtliche Situation in Deutschland und der Schweiz:

In Deutschland und der Schweiz gibt es verschiedene Gesetze und Vorschriften, die die Haltung von Tieren in Seniorenheimen regeln. Diese umfassen tierschutzrechtliche Bestimmungen, Hygienevorschriften und eventuelle Haftungsfragen bei Schäden durch Tiere. Es ist wichtig, sich über die geltenden Vorschriften zu informieren und sicherzustellen, dass alle rechtlichen Anforderungen erfüllt sind.


8. Versicherung und Haftung:

Seniorenheime sollten eine entsprechende Haftpflichtversicherung abschließen, die Schäden durch Tiere abdeckt. Es ist wichtig, die Versicherungsbedingungen genau zu prüfen und sicherzustellen, dass alle rechtlichen Anforderungen erfüllt sind. Eine angemessene Versicherung kann dazu beitragen, Risiken zu minimieren und den Schutz von Bewohnern, Mitarbeitenden und Tieren zu gewährleisten.


9. Meine Erfahrungen und Meinung:

In den verschiedenen Alters- und Pflegeheimen, in welchen ich gearbeitet habe, hatte ich verschiedene Erfahrungen bezüglich Tiere machen können.

In ländlichen Institutionen war es selbstverständlicher Tiere zu halten. Kleine und grosse. Auch das Versorgen der Tiere, war für die Mitarbeiter selbstverständlich und alle haben einander unterstützt.

In städtischen Alters- und Pflegeheimen gab es weniger Tiere die im Heim "wohnten". Einer der Gründe ist sicher, dass die Strasse sehr gefährlich ist (für Katzen) und man mit dem Hund nicht schnell rausgehen und versäubern kann, sondern zuerst mit dem Auto in den Wald oder Wiese gefahren werden muss. Damit die Bewohner trotzdem Tiere um sich hatten, wurden "Besuchshunde" gebucht. Oder an Ostern kamen Hühner zu Besuch. Die Bewohner genossen das sehr.

Ich finde Tiere im Alters- und Pflegeheim eine Bereicherung, egal ob fest oder nur ab und zu. Wichtig finde ich, dass klar definiert ist, wer sich um die Tiere kümmert und dass die Tiere in das Heim passen.


10. Fazit:

Die Einführung von Tieren in Seniorenheime kann eine wertvolle Bereicherung für die Lebensqualität älterer Menschen sein, wenn sie verantwortungsbewusst und unter Berücksichtigung aller relevanten Aspekte umgesetzt wird. Durch klare Richtlinien, sorgfältige Planung und angemessene Versicherung können die Vorteile von Tieren im Seniorenheim maximiert und potenzielle Risiken minimiert werden. Es ist wichtig, die Bedürfnisse und Vorlieben der Bewohner zu berücksichtigen und sicherzustellen, dass die Einführung von Tieren im Einklang mit ihren Wünschen und Einschränkungen erfolgt. Letztendlich kann die Anwesenheit von Tieren im Seniorenheim dazu beitragen, eine unterstützende und bereichernde Umgebung zu schaffen, in der ältere Menschen ein erfülltes und glückliches Leben führen können.


Kostenloses Arbeitsblatt zum Thema Tiere:



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