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Die empathische Raumpflegerin

Aktualisiert: 14. Jan.

Ich möchte euch von einem Erlebnis erzählen, welches ich vor etwa 17 Jahren erlebt habe. Diese Geschichte war wohl auch ein Grund, für meine "Berufswahl".

Ich arbeitete als Pflegehilfe in einer Seniorenresidenz, mit einer Pflegeabteilung und Pflegewohnungen. In den Pflegewohnungen mussten wir eine "Runde" machen, um zu sehen, ob alles ok ist.

Ich klopfte an die Türe von Frau Müller (Name natürlich geändert, bei mir heissen alle Müller 😂). Keine Antwort. Ich klopfte nochmals. Keine Reaktion. Frau Müller verlässt ihre Wohnung eigentlich nur sehr selten. Also gehe ich langsam in die Wohnung (war von der Chefetage so verlangt, dass wir Kontrolle machen). Frau Müller war nicht in der Küche und auch nicht in ihrem Wohnzimmer. Aber ich hörte deutlich Stimmen und Gelächter. Die kamen vom Balkon. Leider hatte Frau Müller nie Besuch von Bekannten oder Verwandten. Aber was höre ich denn da für Stimmen, dachte ich.

Ich ging zum Balkon, da sass Frau Müller mit der Raumpflegerin. Sie sassen da, die Raumpflegerin rauchte mit Frau Müller eine Zigarette. Ich fragte kurz nach, ob alles in Ordnung sei. Frau Müller strahlte mich an und sagte, es sei alles Bestens.

Später kam die Raumpflegerin zu mir und sagte, Frau Müller wünsche sich, dass sie nur das nötigste reinige und dann mit der übrigen Zeit, sich unterhalte mit ihr.

Ich kann die Reinigungsfachkraft sehr gut verstehen, ich hätte das Selbe gemacht.

Diese Geschichte hat mir einmal mehr die Augen geöffnet, wie wichtig Beziehungen und die Betreuung für Menschen (im Heim) ist. Für mich wäre in so einem Fall auch das Gespräch wichtiger, als eine fein geputzte Wohnung.


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